Die Beiträge der Parallelsessionen werden in der Sprache des Referenten abgehalten, ohne Simultanübersetzung. Die Sprache jedes Beitrags wird neben jedem Titel angegeben (DE = deutsch, IT = italienisch).

Detaillierte Informationen zu den Referenten finden Sie durch Anklicken der Namen.

Parallelsessionen am 21.09.2020 17:45 – 18:30

Breakout room 1 – IO 1+2 PULSkurs | Archipele des Lernens (DE)
Bericht über Inhalte, Formate, Choreografien, Zertifikate, Zukunft
Eric Sidoroff, Michael Zinner

Der Pilot-Universitätskurs „PULS · Lernen und Raum entwickeln“ feierte seinen Abschluss im Mai 2020. Wir blicken auf eine auf spannende Weise verändernde Zeit mit 14 Teilgebenden und 38 Teilnehmenden aus vier Ländern in zwei Kursjahren zurück. In dieser Session werden die beiden Leiter über Inhalte, Formate, Choreografien und Zertifikate dieser postgradualen Bildungsmöglichkeit berichten und einen Ausblick anstellen. 

Breakout room 2 – BILDUNGSCAMPUS NEUSTIFT im Stubaital – Vorbild Südtirol 4 (DE) Blickwinkel auf 1 Projekt
Ursula Spannberger, Franz Ryznar

Neustift im Stubaital hat einen Bildungscampus realisiert, wie man ihn in einem Tiroler Tal aufs erste nicht vermuten würde: 4 Schulen, Internat, offene Lernzonen, Zugang in den Außenraum von jedem Cluster, Mehrfachturnhalle, Sportzentrum, Werkstätten, Bibliothek, interne Schulstraße als Vortrags- und Begegnungszone, Dachgarten, und, und, und. Möglich wurde dies durch die Beteiligung aller in einem der Planung vorangestellten RAUM.WERTprozess und dem anschließenden Architekturwettbewerb, der darauf aufbaute. Das Ergebnis ist ein anziehendes, zeitgemäßes Gebäude für zukunftsweisende Pädagogik (fasch&fuchs architekten): großzügig wirkende Räume ohne Verschwendung, die auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen! In unserem interaktiven Vortrag bieten wir gemeinsam mit Auftraggeber (Bürgermeister Peter Schönherr) und Nutzervertreter (Direktor Thomas Wirth) 4 Blickwinkel auf die nicht immer einfache Entstehungsgeschichte, das Ergebnis und dessen erstes Jahr in Betrieb. Zusätzlich möchten wir beleuchten, wie der Campus den Härtetest – die Lockdown- und anschließende Öffnungsphase – bestanden hat und welche Erkenntnisse die Nutzer*innen daraus für die Zukunft ziehen.

Breakout room 3 – EDEN Educational Environments with Nature (IT)
Das Post Covid 19 grüne Klassenzimmer
Beate Weyland, Emanuele Broglio

Das EDEN-Projekt entstand in der Zeit des pandemiebedingten Lockdown durch die Schaffung eines Online-Kurses mit Studierenden der Erziehungswissenschaften zum Thema sensorischer Unterricht mit Pflanzen und durch das Seminar „Natur im Haus: vor dem grünen Klassenzimmer“. Dieses wurde im Rahmen des Zyklus der offenen Dialoge über Bildung vorgeschlagen, den unsere Fakultät in den drei Monaten des Lebens zu Hause angeboten hat. In den letzten Monaten haben sich einige Schulgemeinschaften über die Transformation von Räumen und Didaktik mit unserer Forschungsgruppe ausgetauscht, um sich verschiedene Möglichkeiten der Organisation von Schulräumen für die Rückkehr in die Schule vorzustellen. Der Vorschlag, an dem wir arbeiten, betrifft die Idee einer „Heimschule“, die so organisiert werden soll, dass sie den Kindern und Jugendlichen ein echtes Gefühl des Willkommens und der Sicherheit bietet, wenn sie von der langen Zeit zu Hause zurückkehren, auch dank der Verwendung von Pflanzen. In diesen Sommermonaten wurde ein experimentelles Simulationsprogramm zur Schaffung von GRÜNEN KLASSENZIMMERN begonnen. In drei Grundschulen und eine Mittelschule wurden mit den LehrerInnen und einigen SchülerInnen die Klassen mit Pflanzen gestaltet, ausprobiert und fotografiert. Die nächsten Schritte sehen vor, eine Sensibilisierung des Lehrkollegiums und der Eltern zur Sache zu schaffen, den Vorschlag konkret umzusetzen und zu monitorieren.

Breakout room 4 – Das Thema Lernen und Raum in der Hochschullehre (DE)
Cornelia Dinsleder, Ulrich Kirchgässner

Die Entwicklung der Hochschullehre zum Thema Lernen und Raum war im PULS+ Projekt der Pädagogischen Hochschule FHNW (Basel, Muttenz) eine explizite Zielsetzung. Im Rahmen des Parallelseminars werden drei verschiedene Formate der Hochschullehre vorgestellt, die im dritten Projektjahr umgesetzt wurden: Erstens das Seminar „Schule der Zukunft“ für Primarschulstudierende (Nordwestschweiz) und Architekturstudierende (Tirol); zweitens das Webinar „Räume und Lernen gestalten“ am Zentrum Hochschuldidaktik und Hochschulentwicklung PH Zürich und drittens die digitale Vorlesung „Raum als 3. Pädagoge“ für zukünftige Sekundarlehrer*innen an der Pädagogischen Hochschule Luzern.

Parallelsessionen am 22.09.2020 17:45 – 18:30

Breakout room 1 – IO7 | PULSatlas
Web-Einblicke in Schulbaubeispiele (DE)
Ursula Spannberger

Neustift im Stubaital hat einen Bildungscampus realisiert, wie man ihn in einem Tiroler Tal aufs erste nicht vermuten würde: 4 Schulen, Internat, offene Lernzonen, Zugang in den Außenraum von jedem Cluster, Mehrfachturnhalle, Sportzentrum, Werkstätten, Bibliothek, interne Schulstraße als Vortrags- und Begegnungszone, Dachgarten, und, und, und

Möglich wurde dies durch die Beteiligung aller in einem der Planung vorangestellten RAUM.WERTprozess und dem anschließenden Architekturwettbewerb, der darauf aufbaute. Das Ergebnis ist ein anziehendes, zeitgemäßes Gebäude für zukunftsweisende Pädagogik (fasch&fuchs architekten): großzügig wirkende Räume ohne Verschwendung, die auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen!

In unserem interaktiven Vortrag bieten wir gemeinsam mit Auftraggeber (Bürgermeister Peter Schönherr) und Nutzer*innenvertreter (Direktor Thomas Wirth) 4 Blickwinkel auf die nicht immer einfache Entstehungsgeschichte, das Ergebnis und dessen erstes Jahr in Betrieb. Zusätzlich möchten wir beleuchten, wie der Campus den Härtetest – die Lockdown- und anschließende Öffnungsphase – bestanden hat und welche Erkenntnisse die Nutzer*innen daraus für die Zukunft ziehen.

Breakout room 2 – Unter dem Dach des Burger Hofes (IT)
Lisa Oregioni

„Unter dem Dach des Burger Hofes“ ist ein Gestaltungsworkshop, an dem sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2B der Mittelschule in Felsberg beteiligt haben. Das Gestaltungsobjekt war der Dachboden des Burger Hofes in Prags, ein Gebäudeensemble, das als Lebensort für Kinder und Jugendliche umgebaut wurde. Ziel des Workshops war die Ideenentwicklung für die Gestaltung des neuen Schlafsaals. Diese Initiative sollte eine gestalterische Bereicherung der Planungsphase sein und war als Projekt gedacht, an dem sich die zukünftigen Nutzer und Nutzerinnen beteiligen. Für die Schüler und Schülerinnen stellte dieser Workshop u.a. eine besondere Gelegenheit und Möglichkeit des Lernens, Förderns und Forderns dar. Die Schülerinnen und Schüler haben sich mit einfachen planerischen Themen und mit der traditionellen Bauweise (Identität, Wurzeln, Ressourcen, Klima, etc.) auseinandergesetzt. Am Ende des Workshops, der eine intensive Arbeitsphase beinhaltet und wie ein Ideenwettbewerb strukturiert war, wurden verschiedene Vorschläge für die Gestaltung des Schlafsaals entstanden, mit der Ambition die nächsten planerischen Schritte zu inspirieren und zu beeinflussen. Diese Erfahrung war für die Schülerinnen und Schüler eine Chance, neue Inputs zu erhalten, Fähigkeiten auszubauen, zu entwickeln und an sich zu „entdecken“, sich Fertigkeiten anzueignen und sich mit diesem Ort und ihren Wurzeln zu identifizieren.

Breakout room 3 – COVID 19 – Frischluft statt Maske? (DE)
Andreas Hammon, Petra Moog

Wie unterrichten wir unter COVID 19 Einschränkungen? Online-Learning und Unterricht mit Maske sind derzeit die Standardreaktionen. – Ist das alles? – Lernen an der frischen Luft, auf dem Schulhof, in der Natur, im städtischen Außenraum. – Können wir die Verortung von Lernprozessen weiterzudenken und neue Lernsettings im Umfeld der Schulen identifizieren? Welche neuen Impulse für das Outdoor Learning leiten sich daraus für die Schul- und Unterrichtsentwicklung als auch für die räumliche Konzeption von Schulgebäuden ab? Im Beitrag werden drei Perspektiven zu Lernsettings an der frischen Luft, an konkreten Beispielen, veranschaulicht: Schulhof: schlummernde Potenziale kurzfristig auf dem Schulgelände aktivieren, mit  Beispiele aus Südtirol und Berlin;  ländlicher Raum: Naturräume in nächster Nähe Lern-Settings erkennen und nutzen, mit Beispiele aus dem eigenen Unterricht, Schweiz; neue LernRAUMkonzepte: Schulgarten auf dem Dach, Basel 2014; Pop-Up-School Netzwelten 2020 Düsseldorf, Hamburg, Potsdam; Netzflächen im Innenhof als Erweiterung der Clusterflächen in den sozial kontrollierten Aussenraum Bielefeld 2017. https://vimeo.com/244171143

Breakout room 4 – Freiraum für Freigeister (DE)
Judith Prossliner, Elias Walch, Herbert Wackernell

Aus der Idee, mit SchülerInnen ein Baumhaus zu bauen, ist in einem komplexen Prozess ein besonderes Projekt entstanden. Ausgehend vom pädagogischen Ansatz, gemeinsam zu planen und selber zu bauen, entwickelte sich ein Objekt, das konsequent, unkompliziert und sympathisch umgesetzt ist. Die „Freiklasse“, ein kleiner wie feiner Einraum, der sichtbar macht, wie Schule und Lehre ineinander greifen können, wie sehr spielerisches Lernen Freude macht und wie kostbar es ist, eigenhändig „Architektur“ herzustellen, diese zu nutzen und immer wieder weiter zu entwickeln. *
Begleitend starteten Studierende der Architekturfakultät mit den Schülerinnen und Schülern einen partizipativen Entwurfsprozess. In gemeinsamen Workshops wurden Fantasiewelten für den „Freigeist“ im Freibereich der Schule ausgedacht, Entwürfe erarbeitet, Pläne gezeichnet, Modelle und 1:1 Prototypen gebaut. Das Projekt kann als die Erfindung eines neuen, längst notwendigen Schulfachs angesehen werden, das Bewusstsein für Raum und Architektur, für die Umgebung und das Handwerk lehrt.*
*Auszüge aus dem Text von Carmen Wiederin, Auszeichnungen des Landes Tirol für Neues
Bauen 2018

Parallelsessionen am 23.09.2020 17:45 – 18:30

Breakout room 1 – IO 6 PULSplattform
Lernen und Raum entwickeln ganz digital (DE)
Petra Moog, Kathrin Schwahlen

Schul(umbau) im 21. Jahrhundert heißt: Kinder, Eltern, Lehrende, Fachleute aus Pädagogik, Architektur und Verwaltung kommen ins Gespräch, um zukunftsfähige Lernräume zu entwickeln. Gerade in Coronazeiten braucht es auch digitale Räume, um miteinander zu kommunizieren. Die Online-Plattform PULSkooperation kooperation.pulsverbund.eu bietet dafür den richtigen Ort. Entwickelt wurde die Plattform im Rahmen dieses ERASMUS-Projekts. Für Projektmitglieder bietet sie Möglichkeiten, sich fachlich auszutauschen, zu unterstützen und zu diskutieren.
„Externe“ Interessentinnen und Interessenten finden auf der Plattform viele Informationen rund um Thema „Lernen und Raum entwickeln“. Dr. Petra Moog und Katrin Schwahlen arbeiten seit 2017 im Projekt. In dieser Session geben sie Einblicke in die kleinen und großen Erfolge mit Konzepten und Kommunikation, Bits und Bytes, Design und Deadlines. Sie erzählen von Stolpersteinen und Lernkurven als multiprofessionelles und internationales Team.Nach diesem Überblick freuen sie sich über den interaktiven Austausch mit den Teilnehmenden zu:

– Backend? FrontEnd? Deadend? Von „Ich verstehe nur Bahnhof“ zu „So geht digital“

– Schreiben kann doch jede*r oder nicht? Wie sehen Texte aus, die alle verstehen können?

– Von platt zu vielfältig: Wie kommt Leben in eine Plattform?

– Ein Bild sagt mehr als 1.00 Worte? Was bedeutet grafische Sprache?

– Ist schon okay. Was können wir besser machen?

Um gezielt auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden einzugehen, können diese ab sofort ihre Fragen, Wünsche und Anregungen mailen: post@sophia-akademie.de

Breakout room 2 – IO 4+5 PULSbuch | Eine Welt der Verbindungen: PULS · wachsende Handbücher  – Präsentation einer Sammlung wachsender Handbücher in Form von „Notizen zu Architektur und Bildung“ (DE)
Beate Weyland, Michael Zinner

Zwei Buchvorhaben zeigen zum Abschluss des Bildungsprojektes PULS+ und erstmals einer ausgewählten Öffentlichkeit ihre Ergbnisse. Aus den Blickwinkeln der Pädagogik (IO4) und der Architektur (IO5) werden erste „Notizen zu Architektur und Bildung“ präsentiert. Diese werden in einer Microsite im Verlag Julius Klinkhardt im Herbst 2020 weltweit online gehen und stehen in Form von PDF-Dateien frei zur Verfügung. 

Breakout room 3 – MOVETIA | PULSschweiz
Exemplarische SRE in der ländlichen Volksschulgemeinde Wigoltingen und in der Bundeshauptstadt Bern (DE)
Urs Maurer-Dietrich, Diskutant*innen Cornelia Dinsleder, Ulrich Kirchgässner

Im Rahmen des PULS+-Projektes wurden als ein Beitrag der Schweiz einzelne Prozessphasen einer Schulraumentwicklung moderiert, dokumentiert und reflektiert. Die Verantwortung für die Moderation übernahmen zwei Praxisvertreter des Netzwerkes Bildung & Architektur, jene für die wissenschaftliche Begleitung zwei Begleitpersonen des Instituts für Primarschule der FHNW. Wenige Herausforderungen und Muster waren ähnlich, die meisten hingegen so polar wie Zentrum und Peripherie.

Breakout room 4 – Kleine Schulen und Communities-Entwicklung in Italien (IT)
Giusy Cannella

Ländliche Gebiete machen etwa 75% des europäischen Territoriums aus (OECD, 2020), und etwa 25% der europäischen Bevölkerung leben in diesen Gebieten. In Italien machen die marginalen und isolierten Kontexte, Berge und Inseln, 70% des Staatsgebiets aus. Eine der in diesen Kontexten vertretenen Dienstleistungen sind die Schulen. Zwischen 2017 und 2019 hat die von Indire durchgeführte Forschung gezeigt, dass die Verteilung der kleinen Schulen alle italienischen Regionen betrifft und ein organisches und strukturelles Phänomen ist, mit besonderem Bezug auf den ersten Bildungszyklus. Indire hat deshalb eine Reihe von Forschungsaktivitäten zur Beantwortung der Frage „der Nachhaltigkeit einer qualitativ hochwertigen Schule für isolierte und kulturell marginale Kontexte“ gestartet, um zu verstehen, ob kleine Schulen ein Laboratorium der Innovation, ein Vorläufer des Wandels sein können. Die erzielten Ergebnisse ermöglichen es uns, unsere Forschung zu verfeinern und zu spezialisieren und in den kommenden Jahren in verschiedene Richtungen zu gehen, um den Fortbestand kleiner Schulen als Kultur- und Bildungsgarnison zu fördern. Der Vorschlag zielt darauf ab, einen Beitrag zur Debatte über die Beziehung zwischen der kleinen Schule und dem Gebiet zu leisten, indem paradigmatische Fälle vorgestellt werden, in denen die kleine Schule zu einem Akteur des Wandels wird. Die Gestaltung von Internationalisierungspfaden und die Aktivierung kultureller Prozesse haben sich als Instrumente zur Festigung der Identität und des Zugehörigkeitsgefühls der Schülerinnen und Schüler zum Territorium und als Gelegenheit erwiesen, das Organisationsmodell in Richtung einer Schule in der Gemeinschaft zu überdenken.